Königinnenzucht 2026 – Lehrstück in drei Runden

In diesem Jahr habe ich mich zum ersten Mal richtig an die Königinnenzucht gewagt. Drei Runden waren geplant, drei Runden habe ich durchgezogen – und drei Runden haben mir gezeigt, dass die Natur sich nicht immer nach unseren Plänen richtet. Aber genau das macht das Imkern ja so spannend. Ich nehme dich mit durch meine Erfahrungen.

Runde 1: Vielversprechender Start mit bitterem Ende

Die erste Runde begann vielversprechend. Die Annahme der Pfropflinge war hervorragend – fast alle wurden von den Ammenvölkern angenommen und versorgt. Ich war richtig zuversichtlich!

Dann kam der Fehler: Ich habe zu spät gekäfigt. Die Königinnen schlüpften, und bevor ich sie einzeln unterbringen konnte, haben sie sich gegenseitig abgestochen. Was für ein frustrierender Moment! Aus vielversprechenden Zellen wurde innerhalb weniger Stunden nichts. Eine harte, aber wichtige Lektion: Timing ist wirklich alles bei der Königinnenzucht.

Runde 2 und 3: Die Ernüchterung

Nach dem Reinfall bei Runde eins habe ich bei den nächsten beiden Durchgängen alles penibel getimt. Aber die Natur hatte andere Pläne. Die Annahme war dieses Mal leider sehr gering. Nur vereinzelt wurden Zellen gezogen – und von denen, die da waren, schlüpften am Ende auch nur wenige Königinnen. Viele Zellen blieben einfach zu.

Was war los? Vielleicht das Wetter, vielleicht das Futterangebot, vielleicht die Stimmung in den Völkern – oder eine Kombination aus allem. Die Bienen entscheiden letztlich selbst, ob sie eine Nachzucht akzeptieren oder nicht. Und in diesem Jahr war die Resonanz eben mau.

Was ich daraus mitnehme

So ein Ergebnis ist auf den ersten Blick ernüchternd. Aber ehrlich gesagt: Ich habe in diesem Jahr mehr gelernt als in manchem "perfekten" Jahr zuvor.

Geduld ist keine Floskel – sie ist das A und O.
Der Zeitpunkt zum Käfigen ist entscheidend. Ein, zwei Tage zu spät und alles ist umsonst.
Manchmal will es einfach nicht sein – und das liegt nicht immer an einem selbst.
Die Bienen machen ihr Ding – wir Imker dürfen mitwirken, aber nicht bestimmen.
Und jetzt?

Ich werde weiter dranbleiben. Die Königinnenzucht ist für mich kein Selbstzweck, sondern eine faszinierende Reise ins Herz des Bienenstaats. Vielleicht klappt es nächstes Jahr besser – oder wieder anders. Hauptsache, ich lerne dazu.

Falls du selbst überlegst, mit der Zucht zu starten: Tu es. Aber sei auf Überraschungen gefasst. Und vergiss nicht, rechtzeitig zu käfigen – ich spreche aus Erfahrung 😉