Varroabehandlung 2026 – Mein Weg durch das Bannwabenverfahren
Die Varroamilbe ist wohl das Thema, das jeden Imker begleitet – und mich in diesem Jahr besonders gefordert hat. Ich habe mich für das Bannwabenverfahren entschieden und dabei einiges ausprobiert, umgestaltet und dazugelernt. Hier ist mein Bericht.
Der Plan: 4 Völker, 24 Tage Sperre, 2 Ableger
Gestartet bin ich mit vier Wirtschaftsvölkern. Der Gedanke war klar: Die Königinnen für 24 Tage auf Bannwaben sperren, damit die Brut unterbrochen wird und die Milben keine Vermehrungsmöglichkeit mehr haben. Nach den ersten 12 Tagen habe ich dann die Waben getauscht und aus zwei der Völker Ableger gebildet.
Die Königinnen blieben insgesamt 24 Tage gesperrt – das ist die entscheidende Zeitspanne, um wirklich die gesamte verdeckelte Brut auslaufen zu lassen und den Milben den Lebensraum zu nehmen.
Nach den ersten 12 Tagen: Die erste Erkenntnis
Die ersten 12 Tage liefen im Großen und Ganzen planmäßig. Die Königinnen saßen auf ihren Bannwaben, die Brut wurde unterbrochen – genau wie geplant. Aber eines wurde mir schnell klar: Die Umsetzung war alles andere als praktisch.
Ich hatte ursprünglich mit Taschen gearbeitet – du weißt schon, diese durchsichtigen Kunststoffkäfige, in die man die Königin einsperrt. Klingt simpel, ist es aber nicht:
Zu viel Arbeit: Jedes Volk einzeln öffnen, die Königin suchen, einfangen, in die Tasche sperren – das zieht sich.
Umständlich: Gerade bei großen Völkern ist es manchmal ein Geduldsspiel, die Königin überhaupt zu finden.
Gefährlich für die Königin: Beim Hantieren mit den Taschen kann sie schnell gequetscht werden – und das will ich auf keinen Fall riskieren.
Mein Umbau: Absperrgitter statt Taschen
Nach den ersten 12 Tagen habe ich deshalb umgestellt. Weg mit den Taschen, her mit dem Absperrgitter!
Jetzt läuft es so: Ich habe einen zweiten Brutraum aufgesetzt, die Königin mit ein paar Waben nach oben gesetzt und darunter ein Absperrgitter eingebaut. Die Arbeiterinnen können durch das Gitter nach unten zur Brut, aber die Königin bleibt oben gefangen und kann dort keine Eier mehr ablegen. Die Brut unterhalb schlüpft aus, und die Milben haben keine neuen Wirtszellen mehr.
Das ist nicht nur wesentlich entspannter in der Handhabung – es schont auch die Nerven (meine und die der Königin).
Die nächsten Schritte
Heute, nach insgesamt 24 Tagen Sperre, habe ich die Ableger mit den Waben verstärkt und die Königinnen wieder freigelassen. Die Wirtschaftsvölker bekommen jetzt ihre Oxalsäure-Bedampfung – gründlich, aber bienenschonend.
Die Ableger werden übrigens nicht sofort behandelt. Ich lasse ihnen noch weitere 24 Tage Zeit, dann bekommen auch sie ihre Bedampfung. Das habe ich bewusst so gestaffelt, damit ich die Entwicklung in Ruhe beobachten und eingreifen kann, falls nötig.
Was ich bis jetzt gelernt habe
Das Bannwabenverfahren ist wirksam – aber nur, wenn es praktisch umsetzbar ist. Wer mit Taschen kämpft, verliert Zeit und Nerven.
Absperrgitter sind mein neuer bester Freund. Einfach, sicher, effizient.
Flexibilität ist alles. Ein starrer Plan hilft nichts, wenn die Praxis zeigt, dass es anders besser läuft.
Die Königinnensuche wird mit Übung leichter – aber so richtig einfach wird sie nie.
24 Tage sind eine lange Zeit – für die Bienen, für die Königin und für mich. Aber sie sind notwendig, um die Brut wirklich restlos auslaufen zu lassen.
Ausblick
Die Behandlung ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Milbenlast ist gesunken, die Völker wirken vital, und die Ableger entwickeln sich gut.
Ich werde weiter berichten, wie es weitergeht – und ob die Oxalsäure am Ende den gewünschten Erfolg bringt. Falls du selbst mit dem Bannwabenverfahren liebäugelst: Probier es aus, aber überleg dir vorher genau, welche Methode für deine Völker und deinen Arbeitsstil die richtige ist. Und scheu dich nicht, unterwegs umzudenken – das habe ich auch getan.
Bis zum nächsten Update,
dein Markus